Projekt A5 (Zimmermann)

Fokusrealisierung, Fokusbedeutung und Fokusverwendung aus sprachvergleichender Perspektive

Beschreibung

Das Projekt setzt die sprachübergreifende Untersuchung von fokussemantischen Phänomenen fort, wobei der Beziehung zwischen der grammatischen Realisierung von Fokus einerseits und der semantischen Interpretation bzw. pragmatischen Funktion andererseits besondere Beachtung geschenkt wird. Das Projekt reiht sich ein in einen wachsenden Trend in der modernen Semantik, indem es semantische Phänomene in außereuropäischen Sprachen aus formalsemantischer Perspektive untersucht. Wie in der laufenden Förderperiode liegt der empirische Schwerpunkt auf westafrikanischen und südostasiatischen Sprachen, insbesondere (i.) auf den im Yobe-Staat (Nigeria) gesprochenen Sprachen Ngamo, Ngizim und Bole (Westtschadisch, Afroasiatisch) (PhD-Studentin: Mira Grubic)); und (ii.) auf Burmesisch und Chin (Tibeto-Burmesisch, Sino-Tibetisch) (PhD-Student: Pavel Ozerov). Dazu wird der Projektleiter seine laufenden Untersuchungen zur Exhaustivität von Fokus im Ungarischen, zu fokussensitivien Ausdrücken im Salischen und in anderen Sprachen, und zur Exhaustivität von w-Fragen fortsetzen.

Aus empirischer Sicht sollen die folgenden fokussemantischen Phänomene P1 bis P3 in außereuropäischen Sprachen untersucht werden:

  • P1. Fokusrealisierung und Fokusinterpretation/ Fokusverwendung
  • P2. Assoziation mit Fokus
  • P3. Realisierung und Interpretation von prädikatszentrierten Foki.

Insgesamt wird sich das Projekt mit den Implikationen der empirischen Befunde zu Fokusmarkierung, Fokusinterpretation und Assoziation mit Fokus in außereuropäischen Sprachen für eine allgemeine Theorie von Fokus und von Assoziation mit Fokus in natürlicher Sprache beschäftigen.

Neben den empirischen und theoretischen Zielsetzungen, sollen im Projekt auch verlässliche Methoden für die sprachübergreifende (fokus-) semantische Feldarbeit entwickelt werden. Neben dem Einsatz von direkten Elizitierungen in Form von Übersetzungen und Wohlgeformtheits- und Adäquatheitsbedingungen für Äußerungen im Kontext (Matthewson 2004) zur Beantwortung von detaillierten Analysefragen, sollen auch die Elizitierungsmethoden aus dem Fragebogen für fokussemantische Daten (QUISsem) aus Projekt D2 (Renans et al. 2010) verwendet werden. Da sich gezeigt hat, dass einige der fokussemantischen Fragestellungen auf der Basis von isolierten Äußerungen nur unzureichend beantworten lassen, sollen darüber hinaus korpusbasierte Methoden für die diskurssemantische Analyse in Hausa und Burmesisch und webbasierte Experimente zum Hausa zum Einsatz kommen.

Vollständige Beschreibung 3. Förderperiode SFB632 / A5 (Auszug aus dem Antrag) pdficon small

 


publish Beschreibung    user Mitarbeiter    document-library Publikationen    communication Aktivitäten     archives 2. Förderperiode