Projekt C7 (Spalek, Wartenburger)

Einfluss sprachlicher und nicht-sprachlicher Kontextinformation auf die Verwendung informationsstruktureller Alternativen in Satzproduktion und Satzverständnis

Beschreibung

Projekt C7 geht der Frage nach, welchen Einfluss Kontextinformation auf die Sprachverarbeitung hat. Dabei werden sowohl die Sprachproduktion als auch das Sprachverständnis betrachtet. In mehreren unterschiedlichen Teilstudien werden zwei Arten von Kontext miteinander verglichen – sprachlicher Kontext einerseits und visuell dargebotener Kontext andererseits. Die leitende Frage ist, ob visuell induzierte Salienz einen vergleichbaren Einfluss auf die Interpretation und Verarbeitung unterschiedlicher Wortstellungen bzw. auf die Wahl sprachlicher Mittel hat wie verbal ausgedrückte informationsstrukturelle Information.

Diese Frage ist aus zwei Gründen interessant: Ihre theoretische Relevanz besteht darin, zu untersuchen, ob und inwieweit Informationsstruktur sich auf zugrundeliegende kognitive Mechanismen, bspw. selektive Aufmerksamkeit, zurückführen lässt. Wenn unsere Studien ebenfalls zeigen können, dass visueller Kontext einen vergleichbaren Effekt auf Sprachverarbeitung hat wie der verbale Kontext, so ist dieses Ergebnis auch praktisch relevant, denn es eröffnet die Möglichkeit, die experimentellen Paradigmen für die Untersuchung der Informations­struktur bei Kindern und Erwachsenen mit erworbenen Sprachstörungen, bspw. nach Schlaganfall, zu adaptieren. Perspektivisch erlaubt eine solche Vorgehensweise die Untersuchung der Frage, ob die erfolgreiche Verarbeitung von Informationsstruktur (un-)abhängig von der erfolgreichen Verarbeitung von Syntax ist. Hier kann mit den in diesem Projekt entwickelten visuell-basierten Methoden die Verarbeitung von Informationsstruktur bei Patienten, die nachweislich Probleme bei der Syntaxverarbeitung haben, untersucht werden.

In verschiedenen Teilstudien möchten wir verschiedene sprachliche Modalitäten (Sprachverständnis und Sprachproduktion) und verschiedene informations­strukturelle Phänomene, nämlich Wortstellung, Fokuspartikel und die Zuweisung syntaktischer Funktionen in der Sprachproduktion, betrachten.

 


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