Projekt A6 (Müller)

Beschränkungsbasierte Analyse von Informationsstruktur im Deutschen, Spanischen und Französischen

Beschreibung

Für die Fortsetzungsphase des Projekts sind drei Arbeitsbereiche geplant, die eine Fortführung der bisherigen Arbeit im Projekt darstellen, indem sie vertiefend Fragen aufgreifen, die sich in der laufenden Förderphase gestellt haben.

Der erste Bereich hat die Architektur der Grammatiktheorie zum Gegenstand. Die hier zu beantwortenden Fragen betreffen die Schnittstelle der Informationsstruktur mit anderen Kom­ponent­en der Grammatik; die Möglichkeit und Notwendigkeit, informationsstrukturelle Eigenschaften auf der Ebene komplexer syntaktischer Strukturen festzulegen; sowie die Möglichkeiten, Frequenz­phänom­ene in einer beschränkungsbasierten Grammatik zu erfassen.

Gegenstand des zweiten Bereichs ist die nicht-kanonische Zuordnung von informationsstrukturellem Status zu syntaktischen Funktionen, die anhand von existentiellen/präsentativen Konstruktionen ver­gleichend im Deutschen, Französischen und Spanischen untersucht werden soll. Eine Frage betrifft die Verteilung verschiedener Arten von NPn in der „Pivot“-Position von existentiellen Kon­struktionen. Daneben soll der Frage nachgegangen werden, welchen Beschränkungen Subjekte und (soweit zugelassen) direkte Objekte in thetischen Sätzen (mit expletivem es im Vorfeld bzw. mit invertiertem Subjekt) unterliegen, und was dies für die mögliche Komplexität thetischer Sätze bedeutet.

Der dritte Teilbereich betrifft die Interaktion von Frequenz/Kollokationen mit der Informationsstruktur. Anhand der Linearisierung von Komplementen ditransitiver Verben soll untersucht werden, ob Faktoren wie Häufigkeit der enthaltenen Lexeme, Kollokationsstärke zwischen Lexemen sowie die Erwart­barkeit einer beschriebenen Situation eine Auswirkung auf die ansonsten durch Informations­struktur (und andere Faktoren) gesteuerte Serialisierung haben.

Die Untersuchungen sollen auf der Basis natürlich vorkommender Daten durchgeführt werden. Insgesamt sind 5 Korpusstudien geplant, vier davon parallel für die drei Sprachen, eine vergleichend für das Deutsche und Spanische. Darüber hinaus ist eine Lesezeitstudie (self-paced, moving-window) ge­plant. Die Ergebnisse sollen im formalen Rahmen der HPSG ausgearbeitet und in ein modulares, multilinguales Grammatikfragment integriert werden, in dem verschiedene Sprachen einen ge­mein­samen Kern an Beschränkungen teilen.

A6 Projektseite an der Freien Universität von Berlin  link

Vollständige Beschreibung 3. Förderperiode SFB632 / A6 (Auszug aus dem Antrag)  pdficon small

 


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